Zwei Karten, zwei Zwecke
Mercator bewahrt lokale Winkel, Equal Earth relative Flächen. Keine Projektion kann einen kugelförmigen Planeten verzerrungsfrei abbilden. Sinnvoll ist daher nicht die Frage nach der einen überall richtigen Karte, sondern danach, welche Eigenschaft für den jeweiligen Zweck erhalten bleiben muss.
Wo Mercator nützlich ist
Auf Mercator erscheint ein konstanter Kompasskurs als gerade Linie. Das war für die Navigation wertvoll; das rechteckige Raster passt außerdem gut zu Webkarten-Kacheln. Der Maßstab wächst jedoch mit dem Breitengrad und strebt an den Polen gegen unendlich. Nördliche Landmassen wirken deshalb unverhältnismäßig groß.
Wo Equal Earth nützlich ist
Equal Earth eignet sich für Weltkarten, auf denen Flächenverhältnisse zählen: Unterricht, thematische Daten und Ländervergleiche. Auf Karten zu Bevölkerung, Wald oder Emissionen gibt Mercator hohen Breiten zusätzliches visuelles Gewicht, noch bevor die Daten gelesen werden. Eine flächentreue Projektion fügt diese Verzerrung nicht hinzu.
Die Wahl von EqualAtlas
EqualAtlas beginnt bei der Fläche, weil geografische Fußabdrücke und globale Indikatoren verglichen werden. Equal Earth erhält nicht jeden Winkel, jede Entfernung oder Richtung. Die Projektion wird deshalb offen genannt, während Mercator als lehrreicher Vergleich und nicht als neutrale Standardansicht dient.
